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Erst später habe ich verstanden, warum Toilettenpapier nicht in die Toilette geworfen werden darf

Ich habe es spät erkannt, und zwar auf die unangenehmste Art und Weise: An einem Sonntagabend wollte ich „Zeit sparen” und habe die Reste einer Suppe in die Toilette gegossen. Sie war flüssig, oder? Ein paar Stunden später starrte ich auf die Toilettenschüssel, in der das Wasser langsam stieg, hörte dieses unheimliche Gurgeln und hatte das Gefühl, dass sich das Badezimmer in den ungemütlichsten Ort im Haus verwandelt hatte. Wenn auch Sie jemals mit den Schultern gezuckt und gedacht haben: „Das geht schon weg”, finden Sie hier, was wirklich in die Rohre gelangen kann, warum es zu Verstopfungen kommt und welche einfachen Gewohnheiten Ihnen die Rechnung des Klempners ersparen.

Die Toilette ist kein Fleischwolf: Was passiert hinter der Keramik?

Verstopfungen führen oft zu unerwünschten Folgen, beispielsweise zu Überschwemmungen.

Hinter der Toilettenschüssel befindet sich kein „magischer Abgrund“, sondern eine Abfolge von Bögen, Verbindungsstücken und Rohren, in denen sich die Materialien anders verhalten, als wir uns das vorstellen.

Manche Dinge zerfallen sofort, andere setzen sich ab, bleiben dort liegen und warten auf den nächsten Durchgang, um größer zu werden. Es ist eine stille Ansammlung: Zuerst verlangsamt sich der Abfluss, dann gurgelt er und eines Tages – oft im ungünstigsten Moment – verstopft er.

In der Praxis gilt eine ebenso banale wie nützliche Regel: In den Abfluss sollten vor allem unsere Ausscheidungen und Toilettenpapier gelangen.

Das Problem ist, dass wir nur das „Spülen” sehen und glauben, alles sei gelöst. In den Rohren kann sich jedoch eine klebrige Schicht bilden, die Speisereste, Fasern und Seifenreste zurückhält.

Wenn diese Schicht einmal vorhanden ist, braucht es nur sehr wenig, um das „fast Nichts” in einen echten Pfropfen zu verwandeln.

Der wahre Feind: Fette und der FOG-Effekt

Der große Klebstoff der Verstopfungen hat auch einen technischen Namen: FOG (Fats, Oils and Grease), also Fette, Öle und Schmierstoffe.

In der Pfanne sind sie flüssig und harmlos; in kalten Rohren kühlen sie ab, verfestigen sich und haften an den Wänden.

Diese Fettschicht fängt Krümel, Fasern und Seifenreste ein und verengt nach und nach den Durchmesser des Rohrs, bis es verstopft ist.

Suppen, Soßen und Kochrückstände sind besonders heimtückisch, weil sie flüssig erscheinen. Tatsächlich enthalten sie jedoch Fette und feine Partikel, die mit der Zeit eine hartnäckige Beschichtung bilden.

An diesem Punkt löst sich oft ein Teil der Ablagerung, rutscht bis zu einer Biegung und verklebt dort. Und schon ist das Drama perfekt: übelriechender Geruch, Stress und der Satz „aber gestern hat es noch funktioniert“.

Kaffee und Tee: „Kleinigkeiten“, die zu einem großen Problem werden

Kaffeesatz verschwindet nicht: Er verhält sich wie ein feines Sediment, das sich dort ansammelt, wo bereits Fett oder Seife vorhanden ist.

Mit der Zeit verdichtet er sich, wird zu dickem Schlamm und verlangsamt den Wasserfluss.

Teeblätter verhalten sich ähnlich: Sie quellen auf, verfangen sich an kritischen Stellen und bilden in Verbindung mit Fett eine widerstandsfähige Masse.

Die häufigsten Übeltäter und was sie in den Rohren anrichten

Wenn es um verstopfte Abflüsse geht, ist oft nicht nur eine Sache schuld, sondern eine Kombination.

Das Fett bildet die Grundlage, der Rest dient als Verstärkung. Einige Materialien lösen sich nicht auf, sondern verbinden sich wie Klebstoff miteinander.

Wenn Fett auf etwas trifft, das sich nicht auflöst, entsteht nicht nur eine Verstopfung, sondern eine kompakte Blockade.

Toilettenpapier und Feuchttücher: Warum „spülbar” nicht ausreicht

Toilettenpapier ist so konzipiert, dass es sich im Wasser schnell auflöst, oft innerhalb weniger Minuten.

Aber auch hier ist gesunder Menschenverstand gefragt: Eine große Menge auf einmal kann sich verfestigen, vor allem, wenn sich bereits eine Fettschicht in den Rohren befindet.

Feuchttücher hingegen bleiben auch nach 24 Stunden im Wasser fast unversehrt. In einem Rohr bedeutet „unversehrt” gefährlich.

In vielen Ländern ist das Problem enorm: Feuchttücher machen bis zu 93 % des Materials aus, das für einige Verstopfungen in der Kanalisation verantwortlich ist, und werden zu einer Armierung, wenn sie sich mit Fetten verbinden.

Das extreme Ergebnis ist der Fatberg: eine riesige Masse aus mit Fett „zementierten” Tüchern.

Vier Gewohnheiten, die Verstopfungen (und Nerven) vermeiden

Die Vorbeugung ist einfach: Verwenden Sie WC und Waschbecken nicht mehr als Mülleimer.

  • Lassen Sie Suppen und Soßen abkühlen und werfen Sie sie in den Bioabfall oder in den Restmüll.
  • Trocknen Sie fettiges Geschirr vor dem Spülen mit Küchenpapier ab.
  • Sammeln Sie Kaffeesatz und Teeblätter und werfen Sie sie in den Kompost oder in den Müll.
  • Küchenpapier, Servietten und Tücher gehören immer in den Mülleimer.

Für mich war die Wende eine Kleinigkeit: ein Mülleimer mit Deckel neben dem Badezimmer. Banal, aber effektiv.

Wann man aufhören und nicht „nachhelfen” sollte

Die Toilette ist nicht für die Entsorgung bestimmter Stoffe geeignet, da diese sie beschädigen und außer Betrieb setzen können.

Es gibt Anzeichen, die man nicht ignorieren sollte: langsames Wasser, Blasen, Gurgeln, steigender Wasserstand nach dem Spülen.

In solchen Situationen verschlimmert Nachhelfen das Problem. Auch aggressive Chemikalien können Schäden verursachen, insbesondere bei alten Anlagen.

Oft ist es am besten, die Ursache zu beseitigen und nicht nur die Wirkung zu bekämpfen.

Letztendlich ist die Lektion einfach: Der Abfluss funktioniert gut, wenn wir ihn für das verwenden, wofür er gedacht ist.

Fette, Öl, Kaffeesatz und Servietten verschwinden nicht: Sie sammeln sich Schicht für Schicht an, bis sie sich rächen.

Mit ein paar wenigen Gewohnheiten lassen sich Verstopfungen, schlechte Gerüche und Notfalleinsätze reduzieren.

Helga Klein

Helga Klein

Seit Jahren dreht sich bei mir alles um Haushalt, Wäschepflege und die besten Lifehacks für den Alltag. Ich schreibe nur über Methoden, die ich selbst an meinen eigenen vier Wänden getestet habe. Mein Fokus: Einfache Lösungen, die Zeit sparen, ohne teure Spezialreiniger auskommen und wirklich funktionieren. Ich möchte dir zeigen, wie du mit minimalem Aufwand ein sauberes und entspanntes Zuhause schaffst.

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